Kurzbeschreibung

Das Vitamin B7 oder Biotin ist für seine kosmetischen Effekte, wie glänzendes Haar, glatte Haut und feste Fingernägel bekannt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der körperlichen und geistigen Entwicklung. Biotin ist zudem an der Energiegewinnung der Zelle beteiligt und bei der Verstoffwechselung von Aminosäuren und der Fettsäuresynthese bedeutsam.

Physiologische Wirkungen im Überblick

  • Teilung und Neubildung von Blutzellen insbesondere im Knochenmark
  • Aubau der der Erbsbstanz (DNA)
  • Wachstums- und Entwicklungsprozesse
  • Entwicklung des Neuralrohres von Embryonen (verhindert offenen Rücken)
  • Verstoffwechselung von Homocystein

Biotin spielt im Fettmetabolismus (Linolensäure→Ω-3-Fettsäuren, Synthese antiinflammatorischer Prostaglandine) und der Gluconeogenese (→ Hypoglykämie), eine bedeutende Rolle, ist aber auch im Zellkern wichtig für die epigenetische Regulation der Genfunktion (Zellwachstum → DNA-Synthese).

Vorkommen

  • Bierhefe
  • Eier
  • Spinat
  • Leber
  • Blumenkohl
  • Nüsse
  • Haferflocken
  • Sojabohnen
  • ungeschälter Reis

Anwendungsempfehlungen und Dosierung nach aktuellem Stand der Wissenschaft

DGE

Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (Die DGE unterscheidet zwischen Kindern, Männern, Frauen, Schwangeren, Stillenden  – bitte im Einzelfall prüfen)

30 - 60 µg / Tag

NährstoffAllianz

Dosierungsempfehlung der NährstoffAllianz

100 µg / Tag

Risikogruppen und Mangelfaktoren

Mangelfaktoren

  • längere Einnahme von Antibiotika
  • längerer Einnahme von Antiepileptika
  • Verzehr von Rohen Eiern (diese enthalten Biotin-spezifische Antivitamine)

Risikogruppen

  • Dialysepatienten
  • Alkoholiker

Therapeutische & präventive Einsatzgebiete

  • Anämie
  • psychische und neurologische Erkrankungen
  • Entzündungen im Mund und Verdauungssystem
  • Durchfall und Gewichtsverlust
  • gestörtes Wachstum des Fötus insbesondere im Zentralnervensystem
  • Störungen im Zentralnervensystem
  • reduzierte Aufnahme von Nährstoffen

Studien und Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Abgerufen am 2. Februar 2021, von https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/
  2. Schmiedel, V., Spitz, J., Edalatpour, A., Schulz-Ruhtenberg, N., Gröber, U., Feldhaus, S., Schomburg, L., Schurgast, H. & Barz, S. (2020, Februar). Online-Kongress „Mikronährstoffe und Orthomolekularmedizin“ [Online-Kongress]. Akademie für menschliche Medizin.
  3. Deutschlands Kranke Kinder. Basiswissen Nährstoffe. Abgerufen am 2. Februar 2021, von https://deutschlandskrankekinder.de/basiswissen-naehrstoffe/
  4. FDDB Lebensmittel Datenbank. Abgerufen am 2. Februar 2021, von https://fddb.info/
  5. Gröber, U. (2002). Orthomolekulare Medizin (3. Aufl.). Beltz Verlag.
  6. Schmiedel, V. (2019). Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente: Ernährung, Diagnostik und Nährstofftherapie (3. Aufl.). Georg Thieme Verlag.
  7. LifeStyle & MS. B-Vitamine. Abgerufen am 2. Februar 2021, von https://lsms.info/index.php?id=24&L=602

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