Kurzbeschreibung

Phylloquinon oder Vitamin K1 gehört zu den fettlöslichen K-Vitaminen, das K steht dabei für Koagulation, also Blutgerinnung. Im menschlichen Organismus spielt es unter anderem bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle.

Es kommt vor allem in den Chloroplasten von Grünpflanzen natürlich vor. Als normaler Bestandteil des Photosyntheseapparates und zum Teil in den Früchten tritt es in unterschiedlichen Konzentrationen auf. Daher sind Grünpflanzen wie Kohl, Blattgemüse Brokkoli und grüne Algen hervorragende Lieferanten von Vitamin K1.

Physiologische Wirkungen im Überblick

Als aktivierender Faktor übernimmt Vitamin K1 eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung und der Regulation der Blutgerinnungsfaktoren (z.B. Prothrombin, Protein C).

Vorkommen

  • Grünes Blattgemüse wie Spinat und Salate
  • Tomaten
  • Kohl
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • Leber
  • Eier

Anwendungsempfehlungen und Dosierung nach aktuellem Stand der Wissenschaft

DGE

Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die DGE unterscheidet zwischen Kindern, Männern, Frauen, Schwangeren, Stillenden  – bitte im Einzelfall prüfen

60-80 µg / Tag (K1+K2)

NährstoffAllianz

Dosierungsempfehlung der NährstoffAllianz

80 µg / Tag

Gegenanzeigen

Vitamin K1 sollte nicht mit Blutgerinnungsmittel aus der Cumaringruppe, wie das bekannte Marcumar, Warfarin oder Acenocoumaro, eingenommen werden, da sonst die Wirkung dieser aufgehoben oder abgeschwächt werden kann.

Risikogruppen und Mangelfaktoren

Risikogruppen

  • Menschen, die wenig grünes Gemüse oder Salat essen sind häufiger von einem Vitamin-K1-Mangel betroffen
  • Menschen mit dem Risiko von Thrombose (Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel) sollten eine verringerte Vitamin-K1-Zufuhr haben
  • Personen mit chronischen Nierenschwächen können bei Vitamin-K1-Mangel zu Blutungen neigen
  • Menschen mit Fettverdauungsstörungen können einen Vitamin-K-Mangel entwickeln

Mangelfaktoren

Antibiotika hemmen die Umwandlung von K1 in K2 im Darm.

Therapeutische & präventive Einsatzgebiete

  • verlängerte Wundheilung durch reduzierte Gerinnungsfaktoren 
  • Nasenbluten
  • starke Regelblutung

Studien und Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Abgerufen am 2. Februar 2021, von https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/

  2. Schmiedel, V., Spitz, J., Edalatpour, A., Schulz-Ruhtenberg, N., Gröber, U., Feldhaus, S., Schomburg, L., Schurgast, H. & Barz, S. (2020, Februar). Online-Kongress „Mikronährstoffe und Orthomolekularmedizin“ [Online-Kongress]. Akademie für menschliche Medizin.

  3. Deutschlands Kranke Kinder. Basiswissen Nährstoffe. Abgerufen am 2. Februar 2021, von https://deutschlandskrankekinder.de/basiswissen-naehrstoffe/

  4. FDDB Lebensmittel Datenbank. Abgerufen am 2. Februar 2021, von https://fddb.info/

  5. Gröber, U. (2002). Orthomolekulare Medizin (3. Aufl.). Beltz Verlag.

  6. Schmiedel, V. (2019). Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente: Ernährung, Diagnostik und Nährstofftherapie (3. Aufl.). Georg Thieme Verlag.

  7. LifeStyle & MS, 2016. Vitamin K (und Vitamin D). Abgerufen am 5. Februar 2021, von https://lsms.info/index.php?id=49&L=212
  8. SonnenAllianz. Vitamin D-Co-Faktor: Vitamin K2. Abgerufen am 5. Februar 2021, von https://sonnenallianz.spitzen-praevention.com/sonne-und-gesundheit/vitamin-d/vitamin-k2/