Kurzbeschreibung

Vitamin C ist eines der wichtigsten, wasserlöslichen Antioxidantien und hat eine zentrale Stellung im Immunsystem weil es die Immunzellen in ihrer Funktion schärft. Es schützt Zellen und andere Vitamine vor der Oxidation und verbessert die Regenerationsprozesse bei Sportlern. Es ist nur für Menschen, Primaten, Meerschweinchen sowie einige Vogel- und Fischarten essenziell. Andere Vitamine wie Vitamin E profitieren von Vitamin C, da es Vitamin E vor Oxidation schützt. Außerdem ist Vitamin C ein natürliches Antihistaminikum.

Der Mensch kann Ascorbinsäure nicht speichern und sondert jede übermäßige Zufuhr über den Stuhl oder die Nieren aus. Diese Obergrenze ist bei maximal 3g Ascorbinsäure erreicht. Sinkt der Ascorbinsäurewert im Blut langfristig unter einen bestimmten Wert, so kommt es zu Mangelerscheinungen wie Skorbut. Der Tagesumsatz liegt bei ca. 1 mg/kg Körpergewicht und variiert durch Faktoren wie Stress, Rauchen und chronische Erkrankungen. Eine regelmäßige Vitamin-C-Zufuhr ist also von großer Bedeutung.

Physiologische Wirkungen im Überblick

Vitamin C trägt durch seine wichtige Funktion in der Kollagensynthese zum Erhalt von Bindegewebe, Haut, Knochen und Zähnen bei und unterstützt Wundheilungsvorgänge. Es verbessert die Eisenaufnahme des Darms und die Bildung von körpereigenem Kortison. Auch das Immunsystem profitiert von Vitamin C, indem es die Produktion von Antikörpern und die Funktion der Lymphozyten (Untergruppe der weißen Blutkörperchen) fördert, um gegen virale und bakterielle Infekte vorbereitet zu sein.

  • Stärkung des Immunsystems 
  • Schutz vor freien Radikalen
  • Voraussetzung für die Bildung von Kollagen 
  • Verbesserte Eisenaufnahme im Darm
  • Verbessert verschiedene Stoffwechselaktivitäten 
  • Verhindert Bildung von krebsfördernden Nitrosaminen 

Kofaktoren

Vitamin C und Vitamin D

Die Stoffwechselwege von Vitamin C und Vitamin D überschneiden sich und unterstützen sich gegenseitig. Die Aufnahme von Vitamin C funktioniert nur mit Vitamin D und dieses fungiert daher als Kofaktor. Umgekehrt benötigt Vitamin D wiederum Vitamin C um in seine aktive Form (Calcitriol) umgewandelt zu werden .

Zink

Vitamin C und Zink spielen eine wichtige Rolle bei der Ernährung, der Immunabwehr und der Erhaltung der Gesundheit. Auch in wohlhabenden Bevölkerungsschichten ist die Zufuhr oft ungenügend. Doch gerade bei Erkältungen kann die gemeinsame Zufuhr von Zink und Vitamin C zu einer beträchtlichen Symptomlinderung und Verkürzung der Erkältungsdauer verhelfen. Auch präventiv können Zink und Vitamin C wirksame Waffen gegen Viruserkrankungen sein. Zink stimuliert die Phagozytenaktivität, während Vitamin C sich in der Membran der Phagozyten anreichert und sie so vor der Zerstörung durch freie Radikale schützt. Die Phagozyten können so noch effektiver gegen Viren und Bakterien vorgehen.

Vorkommen

Besonders Obst enthält viel Vitamin C. Sehr reich sind:

  • Zitrusfrüchte
  • Johannisbeere
  • Kiwi
  • Sanddorn
  • Hagebutte
  • Acerola-Kirsche

Nicht zu vergessen ist, dass auch Gemüse einen hohen Vitamin C Gehalt hat. Sehr reich sind:

  • Paprika
  • Brokkoli
  • Kohl
  • Kräuter
  • Kartoffeln

Anwendungsempfehlung und Dosierung nach aktuellem Stand der Wissenschaft

Laut einer Untersuchung, die 1996 im renommierten PNAS Journal publiziert wurde, braucht ein gesunder Erwachsener für eine optimale Funktion der Immunzellen mindestens 200 mg Vitamin C täglich, also deutlich mehr als die offiziellen Empfehlungen. Die Studie ergab außerdem, dass 100% des zugeführten Vitamin C in dieser Größenordnung resorbiert wurde, was auf den Bedarf des wasserlöslichen Vitamins hinweist [1]. Wer bei seiner Vitamin-C-Versorgung auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte also auf eine tägliche Zuführungsmenge von 200 mg achten.

Eine Vitamin-C-haltige Ernährungsweise, und falls notwendig eine gezielte Supplementierung, sind geeignet diesen Bedarf abzudecken und somit die Grundlage für ein voll funktionstüchtiges Immunsystem zu legen. Allerdings ist es vor allem bei auf Süße gezüchtete Obstarten ungewiss, wie viel Vitamin C tatsächlich in den jeweiligen Sorten enthalten ist.

Die Einnahme sollte zwischen oder zu den Mahlzeiten erfolgen. Es sollte mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Vitamin C sollte regelmäßig eingenommen werden, da es nur bedingt vom Körper gespeichert werden kann.

Vitamin C Brausetabletten und Pulver schädigen den Zahnschmelz, weshalb der Mund nach der Einnahme ausgespült werden sollte. Auch können sehr hohe Dosen zu Durchfall führen und empfindliche Mägen können von der reinen Ascorbinsäure zusätzlich gereizt werden.

Gegenanzeigen

Nierengeschädigte Personen und besondere Untergruppen von Steinbildnern, insbesondere wenn sie an einer Malabsorption leiden, sollten keine hohen Dosen von Vitamin C supplementieren. Bei Menschen mit einem empfindlichen Magen kann Vitamin C die Magenschleimhaut reizen und hohe Dosen können zu Durchfall führen. Auch können hohe Vitamin C Dosen die Bestimmung medizinischer Tests im Urin und im Stuhl stören. Personen mit einer Eisenspeichererkrankung sollten deshalb Vitamin C nicht zusätzlich einnehmen.

Mangelerscheinungen

  • Skorbut: Schwäche, Depression, Ruhelosikgkeit, fahle Haut, Muskelschmerzen, Zahnausfall, Durchfall, Herz- und Nierenversagen
  • erhöhte Infekanfälligkeit
  • eventuell höheres Risiko für Krebserkrankungen
  • Antriebslosigkeit und Müdigkeit
  • Glieder- und Gelenkschmerzen
  • Leistungsschwäche
  • Reizbarkeit
  • Depressionen können durch einen Vitamin C Mangel auftreten oder verstärkt werden

Risikogruppen und Mangelfaktoren

  • Ältere Menschen
  • Leistungssportler
  • Schwangere
  • Menschen, die einem hohen Stresslevel ausgesetzt sind
  • Raucher oder
  • Alkoholiker

Kann diese durch eine Vitamin-C-arme Ernährung nicht erreicht werden, sollten ergänzend Präparate eingenommen werden.

Vitamin C bei Altersbedingter Demenz und Diabetes

Durch den synergetischen Zusammenhang zwischen Vitamin C und Vitamin E kann eine Supplementierung beider Vitamine einen positiven Effekt für die Gehirngesundheit und demnach auch für die altersbedingte Demenz haben. Dies muss jedoch noch anhand weiterer Studien genauer untersucht werden.

Auch für Patienten mit Diabetes mellitus ist Vitamin C sehr wichtig, da eine große Menge des Vitamins über den Urin ausgeschieden und verloren geht. Allgemein haben Diabetiker eine um 30% niedrigeren Vitamin C Spiegel, welcher Schäden der Blutgefäße begünstigen.

Natürliches vs. synthetisches Vitamin C

Die erste versuchte Synthese von Vitamin C ging von Xylose, auch Holzzucker genannt, aus. Jedoch drehte sich die aus I-Xylose erhaltene Ascorbinsäure nach rechts, während sich natürliche Ascorbinsäure nach links dreht. Es wurden weitere Synthesen vorgenommen und an Meerschweinchen mit Skorbut getestet, bis eine aus Paprika extrahierte L-Ascorbinsäure entwickelt wurde, welche bei den Meerschweinchen in gleichen Dosen antiskorbutisch wirkte, gleich dem natürlichen Vitamin C.

1933 konnte Vitamin C erstmals in seiner chemischen Zusammensetzung aufgeklärt werden. Im selben Jahr wurde bereits mit der Herstellung von synthetischem Vitamin C begonnen. Doch obwohl natürliches und synthetisches Vitamin C chemisch identisch sind, wurde es nicht direkt von den Konsumenten akzeptiert. Von Nestlé wurde erstmals 1936 nach langen Verhandlungen synthetisches Vitamin C angeboten, da es preiswerter hergestellt werden kann als natürliches Vitamin C. Durch die Aufklärung der Bevölkerung und die Möglichkeit während und nach dem zweiten Weltkrieg, Vitamin C über die Darstellung von Vitaminkristallen zu visualisieren, wurde synthetisches Vitamin C von der Bevölkerung nach und nach mehr angenommen. Doch auch heute noch flammt die Diskussion, ob natürliches und synthetisches Vitamin C gleichwertig sind, gelegentlich auf.

Der Vorteil von natürlichem Vitamin C liegt eindeutig darin, dass es nicht isoliert sondern im Komplex mit anderen förderlichen Pflanzenstoffen wie Bioflavonoiden oder Polyphenolen vorkommt. Die zusätzliche Wirkung der einzelnen Pflanzenstoffe sowie die sich daraus ergebenden Synergieeffekte sprechen für das natürliche Vitamin C. Andererseits eignet sich synthetische Ascorbinsäure aufgrund des Preises deutlich besser für hohe Dosierungen.

Studien

In einer Metastudie aus dem Februar 2020 wurde festgestellt, dass 1-6 g oral verabreichtes Vitamin C pro Tag die Beatmungszeit bei 471 kritisch erkrankten Patienten im Durchschnitt um 25% verkürzte. Die Schlussfolgerung der Studienautoren liest sich wie folgt:
„Wir fanden starke Hinweise darauf, dass Vitamin C die Dauer der mechanischen Beatmung verkürzt, aber das Ausmaß des Effekts scheint von der Dauer der Beatmung in der unbehandelten Kontrollgruppe abzuhängen.“ [2]

Noch effektiver als eine orale Einnahme wirkt jedoch eine intravenöse Zuführung von Vitamin C, denn eine orale Einnahme führt maximal zu Spiegeln von 220 µmol/l, während mit Infusionen weit höhere Spiegel erreicht werden.
Der für ärztliche Behandlungsprotokolle relevante Thieme-Verlag veröffentlichte bereits 2004 ein an Ärzte gerichtetes Buch, mit einem Sonderkapitel über Vitamin C. Darin wird eine intravenöse Vitamin-C-Verabreichung für kritisch erkrankte Patienten mit Lungenerkrankungen von mind. 3 g täglich empfohlen). [3]
Noch besser wirken bei schwer erkrankten Lungenpatienten Dosen von 7,5 – 15 g täglich, die zu einem Blutspiegel von 2000-5000 µmol/l führen, der in diesen Fällen auch notwendig ist.

Vitamin C zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten ( 2013):

Zentraler Untersuchungspunkt der Studie war, ob die regelmäßige Einnahme von Vitamin C die Dauer und den Schweregrad einer Erkältung reduzieren kann. Insgesamt trugen 29 Studienvergleiche mit 11.306 Teilnehmern zum Studienergebnis bei. Eine regelmäßige Einnahme von Vitamin C führte demnach bei ungefähr 8% der Erwachsenen und ungefähr 14% der Kinder zu einer reduzierten Erkältungsdauer. Bei einer Dosis von 1 – 2g/Tag Vitamin C verkürzte sich die Dauer der Erkältung bei Kindern um 18%. Auch der Schweregrad der Erkältung konnte durch eine regelmäßige Einnahme von Vitamin C reduziert werden. Vitamin C kann also für Menschen, die kurzzeitig starken körperlichen Belastungen ausgesetzt sind, nützlich sein. Zwar tritt keine Reduzierung von Erkältungskrankheiten in der Bevölkerung auf, doch kann durch eine Vitamin-C-Supplementierung die Erkältungsdauer reduziert werden. [4]

In Kurzzeitstudien senkte eine Vitamin-C-Supplementierung den Blutdruck (2012):

In Beobachtungsstudien sind eine erhöhte Vitamin-C-Aufnahme, Vitamin-C-Supplementierung und höhere Vitamin-C-Konzentrationen im Blut mit einem niedrigeren Blutdruck verbunden. Der Beweis für eine blutdrucksenkende Wirkungen von Vitamin C in klinischen Studien ist jedoch nicht einheitlich. Um dies zu untersuchen, wurden 29 Studien mit 10 bis 120 Teilnehmern herangeführt, deren durchschnittliche Dosis von 500mg pro Tag im durchschnitt 8 Wochen verabreicht wurde. Das Ergebnis dieser Studien war, dass eine Vitamin-C-Supplementierung über einen kurzen Zeitraum den systolischen Blutdruck und den diastolischen Blutdruck reduzieren. Langzeitstudien über die Auswirkung einer Vitamin-C-Supplementation auf den Blutdruck müssen noch durchgeführt werden. [5]

Eine therapeutische Vitamin-C-Supplementierung kann bei Lungenentzündungspatienten mit niedrigen Vitamin-C-Plasmaspiegeln sinnvoll sein (2013):

Da Lungenentzündungen eine der häufigsten schweren Infektionen sowohl bei Kleinkindern als auch bei älteren Menschen ist, wurden in folgender Studie die prophylaktischen und therapeutischen Wirkungen von Vitamin C auf die Lungenentzündung untersucht und beurteilt.
Um eine therapeutische Wirkung zu beurteilen, wurden placebokontrollierte Studien ausgewählt. Um die prophylaktische Wirkung zu beurteilen, wurden Studien ohne Placebo gewählt. In allen Studien mit jungen Menschen ergab sich eine statistisch signifikante (80% oder mehr) Verringerung der Lungenentzündungshäufigkeit in der Vitamin-C-Gruppe. Bei älteren Patienten mit schweren Erkrankungen erzielte die Vitamin-C Zufuhr eine geringere Sterblichkeit und Schweregrad der Erkrankung. Bei Erwachsenen hat die Zufuhr von Vitamin C eine verkürzende Wirkung einer Lungenentzündung bewirkt. Es fielen des Weiteren keine unerwünschten Nebenwirkungen von Vitamin C auf.
Abschließend sollte auf eine ausreichende Vitamin-C-Zufuhr in allen Altersklassen geachtet werden. Besonders bei Lungenentzündungen kann Vitamin C eine positiven Krankheitsverlauf beeinflussen. [6]

Quellenangaben

Allgemeine Quellen:

  1. Gröber, U. (2011). Mikronährstoffe. Stuttgart: Wiss. Verl.-Ges.
  2. Schmiedel, V. (2019). Nährstofftherapie orthomolekulare Medizin in Prävention, Diagnostik und Therapie. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  3. Gröber, U. (2018). Mikronährstoffberatung. Stuttgart: Wiss. Verl.-Ges.
  4. Bächi, B. (2008). Natürliches oder künstliches Vitamin C? Der prekäre Status eines neuen Stoffes im Schatten des Zweiten Weltkriegs. NTM, 16(4)
  5. Vitamin C. (n.d.). Retrieved December 17, 2020, from https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-c/?L=0
  6. Antioxidantien. (n.d.). Retrieved December 20, 2020, from https://kompetenz-statt-demenz.de/praevention-behandlung/mikronaehrstoffe/antioxidantien/
  7. Weiß, S. (2020, 8. April). So stärken Sie jetzt die Abwehrkräfte. SonnenAllianz. Retrieved February 26, 2021 from https://sonnenallianz.spitzen-praevention.com/2020/04/09/so-staerken-sie-jetzt-die-abwehrkraefte/
  8. Co. Kg, G. V. D. (o. D.). Vitamine – A, C, D, E, K | Vitamin C | DocMedicus Vitalstofflexikon. DocMedicus Verlag GmbH & Co. KG. http://www.vitalstoff-lexikon.de/Vitamine-A-C-D-E-K/Vitamin-C/

Studien:

[1] Wang, Y., Welch, Washko, W., Lazarev, Cantilena, & Levine,C Conry-Cantilena. (1996, April 16). Vitamin C pharmacokinetics in healthy volunteers: evidence for a recommended dietary allowance. Retrieved from https://www.pnas.org/content/93/8/3704

[2] Hemilä, H., & Chalker, E. (2020). Vitamin C may reduce the duration of mechanical ventilation in critically ill patients: a meta-regression analysis. Journal of Intensive Care, 8(1). doi: 10.1186/s40560-020-0432-y

[3] Cantatore, F. P., Loperfido, M. C., Magli, D. M., Mancini, L., & Carrozzo, M. (1991). The importance of vitamin C for hydroxylation of vitamin D3 to 1,25(OH)2D3 in man. Clinical Rheumatology10(2), 162–167. doi: 10.1007/bf02207657

[4] Hemilä, H. & Chalker, E. (2013, 31. Januar). Vitamin C for preventing and treating the common cold https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23440782/

[5] Juraschek, S. P., Guallar, E., Appel, L. J., & Miller, E. R. (2012, April 15). Effects of vitamin C supplementation on blood pressure: A meta-analysis of randomized controlled trials. Retrieved December 17, 2020, from https://www.greenmedinfo.com/article/short-term-trials-vitamin-c-supplementation-lowered-blood-pressure

[6] Hemilä, H., & Louhihala, P. (2020, April 03). Vitamin C for preventing and treating pneumonia. Retrieved December 17, 2020, from https://www.greenmedinfo.com/article/therapeutic-vitamin-c-supplementation-may-be-reasonable-pneumonia-patients-who

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