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Kurzbeschreibung

Das Chlorophyll ist das grüne Blut der Pflanzen und der Stoff, mit dem die Pflanzen Wasser und Kohlendioxid mithilfe von Sonnenlicht in Stärke umwandeln. In der Nährstofftherapie wird es als sekundärer Pflanzenstoff bezeichnet, es ist nicht essentiell aber bei einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen beteiligt. Der Mensch nimmt durch eine gemischte Kost täglich schätzungsweise 1,5 g sekundäre Pflanzenstoffe auf. Die Zufuhr ist bei Vegetariern oftmals deutlich höher. 

Aufgrund ihrer chemischen Struktur und funktionellen Eigenschaften werden die sekundären Pflanzenstoffe in verschiedene Gruppen eingeteilt: Polyphenole, Carotinoide, Phytoöstrogene, Glucosinolate, Sulfide, Monoterpene, Saponine, Protease-Inhibitoren, Phytosterine und Lektine. Chlorophyll und Phytinsäure lassen sich zu keiner der genannten Gruppen zuordnen, gehören aber ebenfalls zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Physiologische Wirkungen im Überblick

  • Aufbau neuer Blutzellen 
  • unterstützt die Entgiftung von krebserregenden Substanzen
  • fördert die Regeneration von Strahlenschäden
  • unterstützt die Wundheilung
  • fördert regelmässigen Stuhlgang
  • sorgt für angenehmen Körpergeruch
  • Regulierung Säure-Basen-Haushalt
  • unterstützung der Magen- und Darmfunktion durch Bitterstoffe
  • unterbindet Heißhungerattacken
  • stimmungsaufhellend
  • verbessertes Hautbild

Vorkommen

  • grünes Gemüse
  • Grünkohl
  • Petersilie
  • Spinat
  • Algen
  • Grassäfte

Anwendungsempfehlungen und Dosierung

Es gibt keine Verzehrempfehlungen für Chlorophyll, da es kein lebensnotwendiger Nährstoff ist. Neben dem mit grünem Gemüse aufgenommenen Chlorophyll wird konzentrierteres Chlorophyll in Pulverprodukten (Graspulver, Algenpulver) oder als Flüssigchlorophyll angeboten. Hierbei handelt es sich aber nicht um 100% reines Chlorophyll, sondern es sind die ausgepressten und ggf. getrockneten Säfte der Pflanzen, die noch eine Vielzahl ihrer anderen Inhaltsstoffe enthalten. Die Hersteller empfehlen hierfür Tagesdosen, die aber nicht durch Studien verifiziert sind.

Risikogruppen und Mangelfaktoren

Risikogruppen:

  • Menschen, die wenig grünes Gemüse essen

Mangelerscheinungen:

  • Übersäuerung, dadurch Müdigkeit, Schlappheit

Therapeutische & präventive Einsatzgebiete

Alzheimer, Demenz: Grünes Gemüse kann Alzheimer und Demenz im hohen Alter vorbeugen. Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass die kognitiven Fähigkeiten bei jenen Teilnehmern, die mehr grünes Blattgemüse konsumiert hatten, in viel geringerem Umfang abnahmen. Am besten schnitten jene Probanden ab, die ein bis zwei Portionen grünes Blattgemüse pro Tag gegessen hatten: Ihre Gehirnleistung entsprach der eines um 11 Jahre jüngeren Menschen [1]

Diabetes Typ 2: In einem Review von Metaanalysen kam heraus, daß Blattgemüse vor Diabetes schützen kann [2]

Darmkrebs: Eine Studie zeigte, dass grüne Blattgemüse das Darmkrebsrisiko mindern, da das Chlorophyll die Darmschleimhaut vor schädlichen Einflüssen und unkontrollierten Zellwucherungen schützen kann [4] .

Leberkrebs: Durch den Verzehr von Aflatoxine (natürlich vorkommende Mykotoxine z.B. aus dem Schimmelpilz) erhöht sich das Risiko an Leberkrebs zu erkranken. 

In einer Studie wurde die Prävention vor Leberkrebs durch die Gabe von Chlorophyllin untersucht [5]. 

Chlorophyllin ist ein halbsynthetisches, wasserlösliches Chlorophyll-Derivat in isolierter Form, auch E140 genannt. Da es in isolierter Form verabreicht werden kann und die Wirkungen dem Chlorophyll nahezu ident ist, wird es in Untersuchungen eingesetzt. Damit können die alleinigen Wirkungen des Farbstoffes unter Ausschluss der pflanzlichen Begleitstoffe, die sich in chlorophyllhaltiger Nahrung befinden, analysiert werden.

In Tiermodellen wurde Chlorophyllin als wirksamer Inhibitor der Aflatoxin-Hepatokarzinogenese erwiesen, indem es die Bioverfügbarkeit von Karzinogenen blockiert.

In der vorliegenden Studie wurde dreimal am Tag 100 mg Chlorophyllin über 4 Monate an gesunde Erwachsene gegeben. Der Chlorophyllin-Konsum bei jeder Mahlzeit führte zu einer insgesamt 55%igen Reduktion des Aflatoxin-Biomarkers im Urin. Somit können prophylaktische Interventionen mit Chlorophyllin oder die Nahrungsergänzung mit chlorophyllreichen Nahrungsmitteln praktische Mittel darstellen, um die Entwicklung von hepatozellulärem Karzinom oder anderen umweltbedingten Krebsarten zu verhindern.

Schwermetallbelastung von Leberzellen: In einer Studie wurde die Schutzwirkung von Chlorophyllin und Lycopin (ist ein Antioxidans und Radikalfänger, vorwiegend als rote Farbe in den Tomaten vorhanden und als Farbstoff E160d zugelassen) auf Zytotoxizität und durch Schwermetalle induzierten oxidativen Stress in menschlichen Hepatomzellen untersucht [6]. Es wurde eine verminderte Absorption von Metallionen durch Chelatisierung (Bindung) und Blockierung der Zytotoxizität, also der Vergiftung von Zellen nachgewiesen.

Dioxinbelastung: Chlorophyll kann wirksam die Dioxinaufnahme durch belastete Lebensmittel reduzieren. Dies wurde in einer Studie an Ratten 2001 herausgefunden [3].

Studien und Quellen