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Der Nutri-Score für bewusstere und ausgewogenere Ernährung?

1.9 Minuten LesezeitVeröffentlicht am: 12. August 2021Von Kategorien: Unkategorisiert

Ab November hat der Bundesrat die Benutzung der Nährwertampel, dem Nutri-Score (engl. Nährwert Punktzahl) zugestimmt.

Er soll die Nährwerte verschiedenster Lebensmittel auf einer Skala von A (grün) bis E (rot) einteilen. Diese Einstufungen sollen auf die besonders vorteilhafte Zusammensetzung der Nährstoffe bei A Produkten und auf die Fett-, Zucker-, und Salzlastigen Produkte der E Kategorie aufmerksam machen. Er soll auf der Vorderseite der Verpackungen angebracht werden, um einen schnellen Vergleich zwischen zwei ähnlichen Lebensmitteln zu erhalten.

Der Nutri-Score wurde von französischen Wissenschaftlern entwickelt und ist in Frankreich 2017 eingeführt worden. Die französische Gesundheitsbehörde „Santé publique France“ gibt die Berechnungsmethode vor und ist auch Eigentümer der Marke „Nutri-Score“.

Wie setzt sich der Nutri-Score zusammen?

Für die Berechnung des Nutri-Scores wird eine Basis von 100 Gramm bzw. 100 Milliliter des Produkts genommen. Für die verschiedenen Inhaltsstoffe werden Punkte vergeben und die enthaltenen Nährstoffe werden miteinander verrechnet. Ein hoher Energiegehalt, gesättigte Fettsäuren sowie Zucker und Salz erhöhen den Nutri-Score während Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Ballaststoffe, Obst und Gemüse den Nutri-Score senken. Die auf diese Weise berechnete Punktzahl liegt zwischen -15 und +40. Ein grünes A erhalten Werte zwischen -15 und +1, ein rotes E wird ab einem Wert von +19 vergeben.

Was wird am Nutri-Score kritisiert?

Die oben beschriebene Berechnung des Nutri-Scores ist während des Einkaufs für die Verbraucher nicht nachvollziehbar. Auch werden essenzielle Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Auch Lebensmittel, die nur aus einer Zutat bestehen werden nicht passend gekennzeichnet. Beispielsweise würde Olivenöl eine schlechte Bewertung erhalten, da es einen 100%igen Fettanteil besitzt. Des Weiteren ist die neue Kennzeichnung nach Vorgaben des Europarechts freiwillig und bleibt den Herstellern überlassen.

Unser Fazit:

Der Nutri-Score ist eine wenig durchdachte und nur teilweise geeignete Klassifizierung von Lebensmitteln in Bezug auf gesundheitliche Aspekte. Verlassen Sie sich lieber auf Ihre eigenen Kenntnisse in Bezug auf Nährwerte und Inhaltsstoffe. Er kann allenfalls als schnelle Orientierung dienen. Unter diesem Gesichtspunkt befürworten zwar auch Verbraucherschützer den Nutri-Score als Hilfestellung, fordern jedoch eine verpflichtende, europaweite und einheitliche Kennzeichnung.

Den Originalbeitrag vom 09.10.2020 der ARD können sie hier nachlesen 

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/nutri-score-107.html

Foto von Brooke Lark auf Unsplash

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