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Die Katzenkralle – das Geheimnis des Amazonasgebiet

2,6 Minuten LesezeitVeröffentlicht am: 19. Mai 2022Von Kategorien: Unkategorisiert

Die namensgebenden Dornen in den Blattachseln dieser hoch wachsenden Liane aus dem Amazonas erinnern an die Krallen einer Katze. Von den indigenen Völkern wird sie auf Grund ihrer umfassenden, gesundheitlichen Effekte seit Jahrtausenden als heilige Pflanze verehrt, wohingegen sie bei uns noch ein medizinischer Geheimtipp ist.

Ihre Haupteinsatzgebiete belaufen sich auf Entzündungen aller Art, weshalb sie vor allem bei Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises und Gelenkschmerzen eingesetzt wird. Die Katzenkralle wird mittlerweile auch in Österreich offiziell als Heilpflanze eingestuft. Seit 2004 ist in Österreich auch ein Arzneimittel für die Therapie der rheumatoiden Arthritis zugelassen.

Die entzündungshemmenden Effekte, die sich durch ein immunmodulatorisches Geschehen zu entfalten scheinen, werden den so genannten Pentacyclischen Oxindolalkaloiden in der Katzenkralle zugeschrieben. Diese Stoffgruppe liegt im Fokus der Wissenschaft.

In Studien wurde die entzündungshemmende und immunmodulatorische Wirkung der Katzenkralle mehrfach bestätigt:

Arthritis: In einer placebokontrollierten Studie wurden 30 Patienten mit Kniearthrose mit einem gefriergetrockneten Katzenkrallenextrakt behandelt, und 15 Patienten mit Placebo. Bereits in der ersten Woche sanken die Bewertungsparameter, darunter Schmerzen, signifikant. Katzenkralle scheint eine effektive Behandlung bei Arthrose darzustellen. Ihre entzündungshemmende Wirkung scheint sich über eine Hemmung auf die TNF-α-Produktion zu entfalten. TumorNekroseFaktor-α ist ein entzündungsförderndes Protein, das an nahezu allen Entzündungsreaktionen beteiligt und ein wichtiger Mediator bei der Immunantwort ist [1].

Rheuma: In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an 40 Probanden mit rheumatoider Arthritis wurde die Effektivität der Katzenkralle untersucht. Die ausgewählten Probanden erhielten zu diesem Zeitpunkt bereits eine antirheumatische Therapie. Die Studie erstreckte sich über 52 Wochen und gliederte sich in 2 Phasen. Die erste Phase umfasste 24 Wochen in denen die Probanden 3 x täglich 20 mg eines Katzenkrallenextrakts oder ein Placebo erhielten. In der zweiten Phase (28 Wochen) erhielten alle Probanden den Extrakt. Die erste Phase zeigte, dass die Behandlung mit einem Katzenkrallenextrakt den rheumatoiden Gelenkschmerz signifikant reduzieren konnte. In Patienten, die den Extrakt nur in der zweiten Phase der Studie erhielten, gingen Morgensteifigkeit, Schwellung und Schmerzen an den Gelenken merklich zurück, wenn sie mit der Palcebogruppe aus Phase 1 verglichen wurden. Diese Studie zeigt die relativ sichere Anwendung und den günstigen Nutzen eines gereinigten, pentacyclischen Katzenkrallenextrakts in Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis, die unter Medikamenteneinnahme stehen [2].

Die Katzenkralle wird außerdem zu den Pflanzen mit dem größten antiviralen Potenzial gezählt. Sie kann zur Prophylaxe oder auch begleitenden Therapie einer viralen Erkrankung eingesetzt werden. Sie wird von den indigenen Völkern zur Verhütung eingesetzt, daher soll sie gemieden werden bei Schwangerschaft, geplanter Schwangerschaft oder bestehendem Kinderwunsch. Menschen, die eine immunsuppressive, medikamentöse Therapie erhalten oder vor einem geplanten, chirurgischen Eingriff stehen, sollten die Katzenkralle meiden oder absetzen.

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[1] Piscoya, J., Rodriguez, Z., Bustamante, S., Okuhama, N., Miller, M. & Sandoval, M. (2001). Efficacy and safety of freeze-dried cat’s claw in osteoarthritis of the knee: mechanisms of action of the species Uncaria guianensis. Inflammation Research, 50(9), 442–448. https://doi.org/10.1007/pl00000268

[2] Erich Mur et al, Randomized double blind trial of an extract from the pentacyclic alkaloid-chemotype of uncaria tomentosa for the treatment of rheumatoid arthritis, J Rheumatol, April 2002

Bild: von Luis Echeverri Urrea / stock.adobe

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