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Klassisches Heilfasten – Buchinger Fasten

4 Minuten LesezeitVeröffentlicht am: 30. Juni 2022Von Kategorien: Unkategorisiert

Der deutsche Arzt und Naturheilkundler Otto Buchinger (1878 – 1966), entwickelte aufgrund eigener Krankheitsgeschichte und Heilung seines entzündlichen Gelenkrheumas (rheumatoider Arthritis), diese nach ihm benannte Heilfastenmethode. Eine der ersten Heilfastenkliniken Deutschlands, die Buchinger Klinik in Bad Pyrmont, wurde von ihm 1920 gegründet. Das Buchinger-Fastenkonzept bildet eine ganzheitliche Methode, begleitet durch Ärzte, Therapeuten, Künstler und Seelsorger, ab. Grundsätzlich sind bis zu 500 kcal pro Tag in Form von Gemüsebrühen, Säften und Honig erlaubt, damit soll einem möglichen Muskelabbau und dem Jo-Jo Effekt entgegengewirkt werden. Darmreinigungen, Leberwickel, ein oder mehrere Entlastungstage vorweg, zwei bis drei Aufbautage am Ende der Fastenzeit sowie Körperübungen, Ruhe, Atemübungen und Meditationen gehören zwingend zum Fastenablauf.  

I. Einstimmung:  

Idealerweise werden die Essgewohnheiten bereits eine Woche vorab des geplanten Fastenbeginns gesundheitsförderlicher ausgerichtet. Genussmittel wie z.B. Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten und Zigaretten werden gemieden, das persönliche Umfeld des Fastenden informiert und eine dem Fasten gegenüber positive Grundhaltung aufgebaut. 

II. Entlastungstag/e

Vor dem eigentlichen Fasten erfolgen ein bis zwei Vorfastentage, an welchen maximal 1.000 bis 1.200 kcal pro Tag, in Form von reichlich Rohkost, gesäuerten Milchprodukten, Obst-, Gemüse- und Kräutersäften aufgenommen werden. Auf Genussmittel sowie auf Fleischwaren und Fett wird weiterhin verzichtet. In der Umsetzung können z.B. ein Obsttag (1,5 – 2 kg frisches Obst auf 4-5 Mahlzeiten) oder ein Reistag (3x50g Naturreis gekocht mit Kompott oder gedünstetem Gemüse) oder auch ein Hafertag (3x35g Haferflocken mit Obst oder Gemüse) zur Anwendung kommen.  

III. Eigentliche Fastenzeit 

Die Dauer der reinen Fastenzeit variiert von maximal 5 bis 7 Tagen bei einer Durchführung zu Hause in Eigenregie oder bis zu mehreren Wochen unter ärztlicher Aufsicht bzw. im Rahmen eines Kuraufenthaltes. Zu Beginn und alle zwei Tage erfolgt morgens eine Darmentleerung, die unterschiedlich erreicht werden kann: 

Im Anschluss an die Fastenkur sowie zum regelmäßigen Einsatz sind diese Methoden ungeeignet und können bei häufigem Gebrauch die Darmschleimhaut beschädigen sowie die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Der Darmeinlauf ist dabei die schonendste Methode. Wer Migräne, Probleme mit den Bandscheiben, dem Herzen oder dem Magen hat sollte kein Glaubersalz anwenden, da sich die Beschwerden durch den schnellen Wasserentzug verstärken können. Zudem werden während der gesamten Fastenzeit alle körperlichen Ausscheidungsvorgänge, mittels Leberwickel, täglicher Bewegung sowie aktivem Schwitzen, angeregt.
Zur Durchführung eines Leberwickels wird eine in ein feuchtes Tuch eingewickelte Wärmflasche im Bereich des rechten Oberbauches aufgelegt und mit einem weiteren trockenen Tuch um den Körper gewickelt in Position gehalten. So sollte mindestens 20-30 Minuten, besser 1-2 Stunden geruht werden.  

Der klassische Ablauf eines Fastentages kann wie folgt aussehen: 

Zudem sollten mindestens zwei Liter stilles Mineralwasser oder ungesüßter Tee über den Tag verteilt getrunken werden. Vor und nach Bewegung sind 2-3 Teelöffel Honig zum Tee erlaubt. Bei empfindlichem Magen kann statt Honig, Fruchtsaft und sauren Tees, Hafer- oder Reisschleim, Butter- oder Magermilch und Tees aus Fenchel/Kamille verwendet werden.  

IV. Aufbautage 

Jede Fastenkur, die länger als 2-3 Tage dauert, erfordert unbedingt den allmählichen Übergang zur gewohnten vollwertigen Normalkost. Die Verdauungsvorgänge und Stoffwechselfunktionen sind nicht sofort wieder in der Lage, Nahrung in der üblichen Form zu verarbeiten und sollten langsam wieder auf ihre gewohnten Aufgaben vorbereitet werden. Sonst kann es zu einem „Schock“ kommen, der sich durch Magen-, Darm-, Leber- und Gallenbeschwerden bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen äußern kann. Die Länge des Fastenbrechens entspricht immer ca. einem Viertel der Dauer der Gesamtfastenzeit. 

1. Aufbautag: (ca. 800 kcal)

  • Fastenbrechen: vormittags oder mittags einen Apfel/Apfelkompott 
  • Nachmittags evtl. erneut einen Apfel/Apfelkompott 
  • Abends statt Gemüsebrühe z.B. eine Kartoffel-Gemüse-Suppe 
  • Wichtig: jeden Bissen ca. 30x kauen 
  • Fett & Alkohol weiterhin meiden 

2. Aufbautag: (ca. 1.000 – 1.200 kcal)

  • Nochmals Darmentleerung mit 5-10 g Glaubersalz oder Alternativen 
  • Bsp. Kostplan: (bei Bedarf vormittags & nachmittags je ein Apfel) 

Weiterhin gilt an den Aufbautagen Bewegung, Entspannung, Meditation und das Durchführen eines Leberwickels sowie das Trinken von ungesüßtem Kräutertee und Mineralwasser beizubehalten. 

Fazit:  

Generell gilt eine gründliche Vorbereitung und Auseinandersetzung mit dem Fastenablauf, unabhängig für welche Fastenart Sie sich entscheiden. Für den Fastenerfolg ist es vor allem bei dieser Fastenmethode unablässig, sich genau an den Rahmenablauf zu halten. Da es sonst zu Stoffwechselentgleisungen und unangenehmen Auswirkungen kommen kann. Beim Buchinger-Fasten ist eine ärztliche Begleitung aus unserer Sicht unumgänglich. Das klassische Heilfasten nach Buchinger, mag für einige Menschen auch zu einschränkend sein. Für diesen Personenkreis eignen sich eher sanftere modifizierte Fastenmethoden, wie das Saft-, Basen-, Früchte- oder Suppenfasten. Über deren Ablauf, wir Sie gerne in den kommenden Newslettern informieren.  

Bild: von Racle Fotodesign / stock.adobe

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