Chrom: Die Oxidationsstufe entscheidet zwischen Fluch oder Segen

1,6 Minuten LesezeitVeröffentlicht am: 27. Juli 2023Von Kategorien: Unkategorisiert

Als Mineralstoff zählt Chrom (Cr) zu den essenziellen Spurenelementen für den Menschen. Die Bedeutung von Chrom im menschlichen Stoffwechsel wird schon seit Jahren widersprüchlich diskutiert. Als Bestandteil des “Glukosetoleranzfaktors” steht vor allem seine Bedeutung im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel im Fokus. Auch eine vermehrte Bildung von Insulinrezeptoren im Körper unter Chromaufnahme wird vermutet. 


Chrom liegt in verschiedenen Oxidationsstufen vor. Wobei zwei davon für die menschliche Gesundheit bedeutend sind. Chrom (III)-oxid ist ungiftig und auch die Form, welche in Lebensmitteln vorkommt. Hingegen sind Chrom (VI)-Verbindungen, welche Anfang letzten Jahrhunderts in verschiedenen Industriezweigen zum Einsatz kamen, giftig.   

Der Gehalt an Chrom in Lebensmitteln, wird durch den Chromgehalt des Bodens, aus dem diese kommen, bestimmt. Vollkornprodukte und unraffinierter Zucker gefolgt von Obst und Gemüse enthalten die höchsten Chromkonzentrationen. 

In verschiedenen Untersuchungen wurde der Einfluss von Chrom auf Diabetes mellitus Typ II, Glukoseintoleranz, Schwangerschaftsdiabetes, den Cholesterinspiegel, kardiovaskuläre Erkrankungen, eine Gewichtsreduktion sowie der Verbesserung der Körperzusammensetzung beobachtet. Dabei kam es zu unterschiedlichen Ergebnissen und einigen Verbesserungen.  

Die aus der Arbeitsmedizin bekannten giftigen Auswirkungen von Chrom, wie Hautreizungen und Lungenkrebs, sind vor allem dem Kontakt der Arbeiter mit Chrom (IV)-Verbindungen bei der Lederverarbeitung oder Edelstahlherstellung zu zuschreiben. Chrom (VI)-oxid wurde 2013 in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe mit auslaufender Verwendung in der EU bis zum 21.09.2017 aufgenommen. 

Zusammenfassend kann eine zusätzliche Chromgabe (Cr (III)) bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ II in die Therapie einbezogen werden. Auch in der Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen ist sie eine Überlegung wert. Selbst höhere Dosierungen von Cr (III) wurden in Beobachtungen gut vertragen. Zum Glück darf das giftige Cr (IV) in der EU nicht mehr verwendet werden. Generell ist eine Chromaufnahme über natürliche Lebensmittel unbedenklich und auch für uns Menschen lebensnotwendig. Die genauen Vorteile einer Chromaufnahme können Sie im zugehörigen Artikel nachlesen, ebenso wie die Vorteile einer Chromgabe bei ausschließlich parenteraler Ernährung.  

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